Maximilian Frenzel gelang nach einem Konter der Lucky Punch gegen Jahn Regensburg. Foto: Joachim Mentel
Die Löwen-U17 landete beim härtesten Konkurrenten um den Sieg in der Hauptrundengruppe C, dem SSV Jahn Regensburg, einen hart umkämpften 3:2-Erfolg. Dabei musste das Team durch ein Wechselbad der Gefühle. Nach der Pausenführung durch zwei Treffer von Julian Büsel (10. und 14.) glichen die Oberpfälzer nach Wiederanpfiff innerhalb von zwei Minuten aus (47. und 49.). Den Lucky Punch setzte der eingewechselte Maximilian Frenzel in der 85. Minute.
Regensburg begann sehr aggressiv, presste hoch und versuchte, die Junglöwen sofort unter Druck zu setzen. Mit zunehmender Spieldauer konnten die Sechzger immer besser das Angriffspressing überspielen und wurden belohnt. Jannis Hohenester hatte von halblinks nach schnellem Umschaltspiel in die Mitte geflankt, Verteidiger Domagoj Kurtovic wollte klären, köpfte die Kugel aber genau ins Zentrum auf Julian Büsel, der nahm den aufspringenden Ball an der Sechzehnerkante aus der Luft, traf unhaltbar für Torhüter Florian Gottswinter zum 1:0 ins linke untere Eck (10.). Beinahe wäre eine Minute später der nächste Treffer gelungen. Hohenester hatte nach einem Konter rechts raus auf Manuel Keller gelegt, der drang in den Strafraum ein, wollte quer auf den durchgestarteten Hohenester passen, doch der zurückgeeilte Zsombor Raki grätschte die Hereingabe ins Tor-Aus (11.). Es folgte eine starke Phase der Junglöwen. Nach einem Eckball von rechts, den Jonas Mantsch mit links in die Mitte gedreht hatte, war es ausgerechnet der nicht sonderlich großgewachsen Büsel, der vor dem Keeper im Fünfmeterraum an die Kugel kam, sie aus vier Metern zum 2:0 einköpfte (14.). Glück hatten die Giesinger in der 19. Minute, als Jonas Rohmann einen Freistoß aus dem Halbfeld nicht vors 1860-Tor flankte, sondern Leon Hoffmann am linken Strafraumeck anspielte. Dessen Rechtsschuss knallte an die Latte des kurzen Ecks. Im Anschluss an einen Freistoß von Fabian Michalczyk kam halblinks Niklas Schicha aus sieben Metern zum Kopfball, doch Tobias Wieser parierte und brachte im Nachfassen die Kugel unter Kontrolle (29.). Die Oberpfälzer wurden eigentlich nur nach Standards gefährlich, aus dem Spiel heraus gelang ihnen wenig gegen die gut organisierte Defensive der Sechzger. Nach einem Eckball von rechts durch Rohmann köpfte der aufgerückte Innenverteidiger Raki den Ball aus fünf Metern an die Unterkante der Latte, den Abpraller konnte Loic O‘Bryant klären (37.). Trotz der beiden Aluminiumtreffer der Regensburger nahmen die Junglöwen den Zwei-Tore-Vorsprung nicht unverdient mit in die Kabine.
Es dauerte keine zwei Minuten nach Anpfiff, da erzielten die Oberpfälzer den Anschlusstreffer. Lukas Rossa ging an der rechten Grundlinie etwas halbherzig in den Zweikampf mit Diljan Geci, der kam an den Ball, legte ihn zurück auf Schicha, der aus sieben Metern halbrechts ins lange Eck traf (47.). Völlig unnötig dieser Treffer! Wiederum zwei Minuten später sogar der Ausgleich. Hoffmann hatte von links in die Mitte geflankt, Wieser warf sich in die Hereingabe, wehrte nach vorne ab, wo Sidney Jose Lopes stand und aus vier Metern keine Mühe hatte, den Ball über die Linie zum 2:2 einzuschieben (49.). Nun hatten die Gastgeber ganz klar Oberwasser. Junglöwen-Coach Peter Ulbricht wechselte zweimal, brachte somit wieder mehr Stabilität in die Defensive seines Teams (52.). Ein Freistoß von Michalczyk links fünf Meter vorm Strafraumeck setzte dieser knapp über die Latte des kurzen Ecks (66.). Weiterhin ließen die Junglöwen viele Standards gegen sich zu, hatten einige Male Glück, dass Regensburg daraus nicht die Führung erzielte. Ein Kopfball von Schicha aus acht Metern nach Flanke aus dem rechten Halbfeld ging am langen Eck vorbei (77.). Nach einem abgewehrten Angriff der Regensburger schlug Leonard Schoirer den Ball zehn Meter vorm eigenen Strafraum nach vorne, links lief Maximilian Frenzel seinem Gegenspieler davon, Torhüter Gottswinter kam ihm entgegen, doch er blieb cool, legte die Kugel aus sieben Metern an ihm vorbei, traf ins rechte lange Eck zum 3:2 (85.). Die Oberpfälzer warfen in der Schlussphase alles nach vorne, doch die Junglöwen-Defensive hielt dem Druck auch in der fünfminütigen Nachspielzeit stand und holte am Ende beim härtesten Konkurrenten um den Gruppensieg die drei Punkte.
Für U17-Coach Peter Ulbricht war es ein wildes Spiel. „Wir hatten einen richtig guten Start. Leider haben wir uns danach wieder zurückgezogen, sind unnötig passiv geworden und haben dadurch dem Gegner viel zu viel Räume gegeben und Situationen, aus denen etwas hätte entstehen können“, monierte er. Trotzdem kam sein Team mit einer 2:0-Führung in die Pause. Was er nach Wiederanpfiff zu sehen bekam, ärgerte den 40-Jährigen maßlos. „Die zehn Minuten nach der Halbzeit waren von der Ausstrahlung her richtig schlecht. Mir hat die Körperspannung gefehlt und insgesamt kam von den Führungsspielern in dieser Phase zu wenig. Das Auftreten war von der Persönlichkeit einfach nicht gut. Danach haben wir uns wieder besser reingefuchst“, lobte Ulbricht die Moral seines Teams. „Wir haben viel mehr den Kampf angenommen.“ Zudem bewies der Coach mit seinen Einwechslungen ein glückliches Händchen. „Das war natürlich hervorragend, dass unser Plan aufgegangen ist. Wir haben gehofft, dass wir mit Maxi Frenzel einen schnellen Umschaltmoment bekommen, weil wir zuvor viele Bälle in der 2. Halbzeit nicht festmachen konnten und Regensburg ein Übergewicht hatte. Der Konter war auch schön von Leo Schoierer eingeleitet. Insgesamt sind wir natürlich sehr glücklich mit dem Sieg, weil Regensburg in der 2. Halbzeit viel Druck gemacht hat.“ Besonders freute sich Ulbricht, „dass der Jahrgang endlich wieder gegen Regensburg gewinnen konnte. Ich glaube, das war seit der U13 oder U14 nicht mehr der Fall. Der Jahn hat schon eine richtig gute Qualität.“
STENOGRAMM
U17-DFB-Nachwuchsliga, Hauptrunde Liga B, Gruppe C
7. Spieltag, 21.03.2026, 12 Uhr
SSV Jahn Regensburg – TSV 1860 München 2:3 (0:2)
TSV 1860 München
Wieser (Tor) – Yilmaz (74., Frenzel), Curic, Rossa, Mantsch – Keller (52., Riedelsberger), Doktorczyk, Hohenester (83., Peters) – Büsel, O’Bryant, Kirchmann (52., Schoerer)
Tore
0:1 Büsel (10.), 0:2 Büsel (14.), 1:2 Schicha (47.), 2:2 Jose Lopes (49.), 2:3 Frenzel (85.)
Gelbe Karten
Schicha – Doktorczyk, Hohenester
Zuschauer
80 Sportpark am Kaulbachweg
Schiedsrichter
Raphael Salzberger (Mühldorf); Assistenten: Fabian Balasch (Burgkirchen), Moritz Breitruck (Deisenhofen)




