David Matijevic erzielte in dieser Szene in der 17. Minute per Kopf die Löwen-Führung. Foto: Frank Peters
Die Löwen-U17 verteidigte mit einem 3:1-Erfolg bei der SpVgg Bayreuth die Tabellenführung. Trotz starker Anfangsphase und Toren von David Matijevic (17.) und Julius Peters (21.) wurde es nach dem Anschlusstreffer durch Ginaluca Steingräber (28.) nochmals eng. Zumal die Sechzger nach der Gelb-Roten-Karte gegen Manuel Curic ab der 66. Minute in Unterzahl spielten. Jannis Hohenester sorgte in der 88. Minute für die endgültige Entscheidung.
Die Junglöwen begannen stark, dominierten die Partie. Einen Freistoß von Jonas Mantsch auf der linken Seite verlängerte David Matijevic per Kopf am ersten Pfosten, doch genau auf Keeper Luca Kuchenbaur (10.). Vollkommen blank kam Matijevic bei einem Eckball von links durch Jannis Hohenester zum Kopfball, drückte die Kugel hinter Kuchenbaur zum 1:0 über die Linie (17.). Vier Minuten später das 2:0. Maximilian Riedelsberger hatte von links geflankt, Matijevic zog am ersten Pfosten gleich vier Bayreuther auf sich, keiner kam aber an die Hereingabe, die Julius Peters vor die Füße fiel, der die Kugel ins rechte Eck einnetzte (21.). Ein weiter Ball von Gianluca Steingräber erlief sich Calvin Agblevor auf der linken Seite, ging außen an Manuel Curic vorbei, passte von der Grundlinie nach innen, der mitgelaufene Steingräber rutschte am vorderen Fünfmetereck in die Hereingabe, traf zum Anschlusstreffer ins kurze Eck (28.). Längst war die Anfangssouveränität der Sechzger dahin. Nach einem Ballverlust in der gegnerischen Hälfte konterten die Oberfranken, Agblevor lief alleine auf Tobias Wieser zu, scheiterte aber mit seinem Schuss aus acht Metern am ausgefahrenen Fuß des 1860-Keepers (31.). Danach dominierten die Sechzger wieder die Partie, klare Chancen blieben aber aus. So ging es mit der knappen 2:1-Führung in die Kabine.
In der 2. Halbzeit änderte sich wenig am Gesamtbild. Ein Eckball von rechts, den Mantsch mit links in die Mitte geflankt hatte, köpfte Curic völlig freistehend aus fünf Metern an die Latte (60.). Lukas Rosa spielte in der 63. Minute einen Diagonalpass von rechts auf die linke Seite zu Hohenester, der im Strafraum halblinks vor dem Torwart auftauchte, die Kugel aufs lange Eck schob, aber Kuchenbaur war unten, wehrte den Schuss ab. Drei Minuten später stand Curic erneut im Blickpunkt. Einen langen Ball von Senol Kuygun auf der rechten Seite erreichte Agblevor vor dem Löwen-Innenverteidiger, der ihn an der Außenlinie umrannte. Da er bereits Gelb hatte, zeigte ihm Schiedsrichter Elias Appel die Ampelkarte (66.). Damit mussten die Junglöwen die Schlussphase in Unterzahl bestreiten. Trotzdem hatten die Sechzger die nächste Chance. Julian Büsel hatte Matijevic tief angespielt, der kam halblinks aus acht Metern zum Abschluss, seinen Schuss Richtung kurzes Kreuzeck lenkte Kuchenbaur über die Querlatte (71.). In der 73. Minute kam Wieser nach einem weiten Ball von Zidan El Gizawy aus seinem Sechzehner, traf beim Klärungsversuch die Kugel nicht voll, Agblevor nutzte das, zog aus 35 Metern ab, der Ball landete über Neal Doktorczyk, der auf der Linie klären wollte, an der Latte. Bayreuth versuchte nochmals alles, um den Ausgleich zu erzielen. Die endgültige Entscheidung zugunsten der Junglöwen fiel in der 88. Minute. Simon Kirchmann hatte den Ball hoch auf die linke Seite gepasst, Matijevic erlief sich die Kugel, ging parallel zur Grundlinie in den Strafraum. Legte sie dann quer an Keeper Kuchenbaur vorbei auf den mitgelaufenen Hohenester, der aus kurzer Distanz nur noch ins leere Tor zum 3:1-Endstand einschieben musste.
„Wir haben uns das Leben unnötig schwer gemacht“, lautete das Fazit von Junglöwen-Coach Peter Ulbricht. „Bis zum 2:0 haben wir ein richtig gutes Auswärtsspiel gezeigt und dann das Ganze etwas zu locker genommen, nicht mehr die Intensität auf den Platz gebracht und zu viel zugelassen. Am Ende muss man sagen, lag der Sieg auch mit daran, dass der Gegner nicht die Qualität hatte, um uns für unsere Nachlässigkeit zu bestrafen.“
Nach dem Zwei-Tore-Vorsprung habe sein Team die Konsequenz vermissen lassen. „Wir sind nicht mehr konsequent bei den Bällen hingegangen, haben hohe Bälle nicht eindeutig geklärt, sondern irgendetwas versucht, was auf dem Niveau halt nicht funktionieren kann. Und so hat Bayreuth immer wieder Luft bekommen und das 2:1 gefühlt aus der ersten gefährlichen Aktion gemacht. Das hat den Gegner aufgebaut.“ Nichtsdestotrotz hätten die Oberfranken danach nur eine Chance gehabt, um das 2:2 zu erzielen. „Viel mehr war es nicht. Trotzdem lag es größtenteils an uns, dass wir das zugelassen haben. Das war wirklich schlecht von uns.“
Zudem sah Manuel Curic nach etwas mehr als einer Stunde die Gelb-Rote Karte. „Manu hat allgemein einen schlechten Tag erwischt, einige falsche Entscheidungen getroffen“, so der 40-jährige Coach. „Beim Gegentor sieht er nicht gut aus und auch bei der zweiten Gelben Karte sieht man schon im Ansatz, dass er zu spät kommt. Da muss er, wenn er weiß, dass er bereits Gelb hat, ganz anders hingehen. Das darf ihm nicht passieren, aber das weiß er selbst.“ Trotz Unterzahl habe sein Team „ein paar richtig ordentliche Konterchancen“ gehabt, „wo wir mehr draus machen müssen. Letztlich verlassen wir den Platz verdient als Sieger, aber es war auf jeden Fall über 70 Minuten kein gutes Auswärtsspiel. Diesmal haben wir uns nicht mit Ruhm bekleckert!
STENOGRAMM
U17-DFB-Nachwuchsliga, Hauptrunde Liga B, Gruppe C
8. Spieltag, 11.04.2026, 13 Uhr
SpVgg Bayreuth – TSV 1860 München 1:3 (1:2)
TSV 1860 München
Wieser (Tor) – Yilmaz (67., Kirchmann), Curic, Rossa, Mantsch (90.+3, Jünke) – Peters, Doktorczyk, Hohenester (90.+1, Keller) – Büsel (67., O’Bryant), Matijevic (90.+1, Frenzel), Riedelsberger
Tore
0:1 Matijevic (17.), 0:2 Peters (21.), 1:2 Steingräber (28.), 1:3 Hohenester (88.)
Gelbe Karten
– Matijevic
Gelb-Rote Karten
– Curic (66.)
Zuschauer
75 Hans-Walter-Wild-Stadion
Schiedsrichter
Elias Appel (Burghaun); Assistenten: Matti Terlinden (Darmstadt), Raphael Jüch (Arheilgen)
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