Ausgelassen bejubelt Julian Büsel (re.) den 3:2-Siegtreffer gegen Unterhaching. Foto: Joachim Mentel
Die Löwen-U17 zeigte nach desolater 1. Halbzeit und 0:1-Rückstand gegen die SpVgg Unterhaching im zweiten Durchgang eine Reaktion und siegte am Ende mit 3:2. Samuel Krenzer hatte die Gäste in Führung gebracht (8.). Nach dem Ausgleich von David Matijevic (77.) schaffte Tahir Kara postwendend die erneute Hachinger Führung (78.). Der eingewechselte Julian Büsel bescherte mit einem Doppelschlag den späten 1860-Sieg (82. und 90.).
Die Junglöwen machten von Beginn an Druck, den ersten Torschuss hatten aber die Gäste. Sanver Karagöz war an der linken Strafraumkante zum Abschluss gekommen, Tobias Wieser lenkte den Ball ums kurze Eck (7.). Nach dem anschließenden Eckball von links stieg Samuel Krenzer am höchsten, köpfte den Ball zum 1:0 für Unterhaching neben dem linken Pfosten ein (8.). Auf der anderen Seite köpfte David Matijevic einen Eckball von rechts durch Jonas Mantsch über das Hachinger Tor (13.). In der Folge erhöhten die Sechzger den Druck, ohne jedoch zu klaren Chancen zu kommen. Glück hatten die Junglöwen, als Mikail Yilmaz wegrutschte, dadurch Constantin Strunz frei zum Schuss kam, aber zu zentral auf Wieser zielte (23.). Kurz danach war es Valentin Weiß, der im Strafraum querte, frei aus 14 Metern abschloss, jedoch einmal mehr reagierte Wieser super, entschärfte den Schuss aufs rechte untere Eck (23.). Für Jannis Hohenester war nach einer halben Stunde infolge eines unglücklichen Pressschlags die Partie beendet (33.). Nach einer Kopfballstafette im Anschluss an einen Eckball köpfte Strunz die Kugel an die Latte des 1860-Tores (32.). Zur Abwechslung hatten die Junglöwen mal wieder eine Torannäherung. Manuel Curic tauchte am langen Eck nach einem Freistoß von Mantsch aus dem linken Halbfeld auf, scheiterte aber an Hachings Keeper Johannes Flötzinger (35.). Ein 20-Meter-Schuss von Curic ging ungefähr einen Meter am rechten Eck vorbei (43.), ebenso einer von Loic O’Bryant (44.). Richtig gefährlich wurden die Sechzger dabei aber nie. Aufgrund der klaren Chancen der Spielvereinigung ging die Halbzeitführung vollkommen in Ordnung.
Junglöwen-Coach Peter Ulbricht reagierte zur Pause mit zwei Wechseln, brachte Julian Büsel und Manuel Keller ins Spiel. Büsel hatte auch gleich eine Kopfballgelegenheit nach Linksflanke von Leonard Schoierer, brachte aber keinen Druck auf die Kugel (47.). Eine Rechtsflanke von Yilmaz wurde in der 53. Minute immer länger, landete auf dem Latten-Dach, der Ball kam zu Keller, dessen 18-Meter-Schuss aus dem Rückraum ging aber deutlich übers Tor. Die Junglöwen waren nun wesentlich präsenter, wenn auch nach wie vor vieles misslang. Erneut Glück hatten die Junglöwen, als Lukas Rossa als letzter Mann am Ball vorbeigrätschte, dadurch Ferdinand Möhwald frei Bahn hatte, aber gegen den weit vor seinem Tor stehenden Wieser viel zu überhastet abschloss, so dass der 1860-Keeper den Ball parieren konnte (60.). Einen 18-Meter-Freistoß in zentraler Position schlenzte Matijevic am linken Eck vorbei (62.). Eine gut getimte Rechtsflanke von Büsel über den Hachinger-Torwart hinweg konnte Julius Peters am zweiten Pfosten nicht mehr drücken, köpfte übers Tor (69.). Nach einer abgewehrten Flanke kam Maximilian Riedeslberger an der Strafraumkante frei zum Abschluss, setzte aber die Direktabnahme links am Tor vorbei (73.). Die Junglöwen initiierten Angriff auf Angriff. In der 77. Minute wurden sie belohnt. Matijevic setzte einen 18-Meter-Freistoß noch leicht abgefälscht von der Mauer ins linke Eck. Doch die Freude währte nicht lange. Direkt im Gegenzug tauchte Tahir Kara frei vor Wieser auf, stellte den alten Abstand wieder her (78.). Die Junglöwen gaben jedoch die passende Antwort. Matijevic schloss im Strafraum nach einer Kontersituation nicht selbst ab, sondern legte quer auf Büsel, der freistehend aus zehn Metern zum 2:2 ins kurze Eck traf (82.). Das war aber für die Giesinger nicht genug, sie wollten unbedingt weiter nachlegen. Das wäre beinahe gelungen. Nach einer Mantsch-Ecke von rechts sprang der Ball von Matijevics Schulter nur um Zentimeter übers linke Kreuzeck (87.). Kurz danach wurde Peters von seinem Gegenspieler im Strafraum umgerissen, doch Schiedsrichter Philipp Spateneder ließ weiterspielen (88.). In der 89. Minute endlich die erste 1860-Führung. Riedelsberger hatte von links im Strafraum scharf an den zweiten Pfosten geflankt, der eingelaufene Büsel grätschte den Ball zum 3:2 über die Linie (89.). Kurz danach hätte Matijevic im Eins-gegen-Eins gegen Flötzinger alles klarmachen können, scheiterte aber am Keeper (90.). Die Hachinger waren nun geknackt, konnten in der sechsminütigen Nachspielzeit keine Wende mehr herbeiführen. Am Ende ging der Sieg für die Sechzger nach der Willensleistung in der 2. Halbzeit auch in Ordnung.
„Die 1. Halbzeit war einfach richtig schlecht von uns. Wir haben überhaupt keine Zweikämpfe geführt. Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich war zur Pause super angefressen“, sprach Peter Ulbricht nach Abpfiff Tacheles. Im zweiten Durchgang wurde es besser. Doch direkt nach dem Ausgleich der erneute Nackenschlag. „Da sieht man, dass wir viele individuelle Fehler machen, dass wir nicht hundertprozentig sattelfest sind. Dass wir es am Ende komplett drehen, ist super, aber trotzdem liegt es größtenteils an uns, weil wir eigentlich nur drei Bälle aufs Tor bringen und alle drei drin sind. Alle anderen Abschlüsse sind einfach nicht präzise genug, um wirklich torgefährlich zu werden. Die gehen alle drüber oder vorbei“, sprach er nochmals das Defizit seines Teams an, dass es aus der Überlegenheit zu wenig klare Torchancen kreiere, den Ball einfach nicht aufs Tor bringe. „Das ist ein Riesenmanko, was wir seit Wochen und Monaten haben und wo wir gefühlt keinen Schritt nach vorne kommen“, ärgert sich der 40-Jährige, dass es überhaupt so eng werden musste.
STENOGRAMM
U17-DFB-Nachwuchsliga, Hauptrunde Liga B, Gruppe C
5. Spieltag, 08.03.2026, 11 Uhr
TSV 1860 München – SpVgg Unterhaching (0:1)
TSV 1860 München
Wieser (Tor) – Yilmaz (90.+2 Jünke), Curic, Rossa, Mantsch – O’Bryant (46., Keller), Peters, Hohenester (33., Doktorczyk) – Kirchmann (46., Büsel), Matijevic (90.+2 Frenzel), Schoierer (62., Riedelsberger)
Tore
0:1 Krenzer (8.), 1:1 Matijevic (77.), 1:2 Kara (78.), 2:2 Büsel (82.), 3:2 Büsel (89.)
Gelbe Karten
Rossa, Büsel, Matijevic – Krenzer
Zuschauer
75 1860-Trainingsgelände
Schiedsrichter
Philipp Spateneder (Anzenkirchen); Assistenten: Farin Münchhoff (Gaimersheim), Simon Küblböck (Untergriesbach)




